Die Gerichtsshow

Die Gerichtsshow!

Am Freitag, den 13.02.2015 startete unsere erste selbst entwickelte Show, die so – nach unserer Recherche, die nach bestem Wissen und Gewissen erfolgte – noch nie auf der Welt zu sehen war und ein voller Erfolg war. Weitere Verhandlungen werden folgen.

Bevor ich nun eine kurze Darstellung für diejenigen gebe, die nicht bei der Weltpremiere dabei sein konnten, sei der sozialpolitischen Korrektheit willen vorab auf folgendes hingewiesen: Wenn im Text bei Funktionsbezeichnungen die weibliche oder männliche Sprachform verwendet wird, so können unabhängig davon alle Funktionen von Frauen und Männern besetzt werden; lies also „ein Richtertisch/eine Richtertischin“, „ein Richter/eine Richterin“ usw.).

Auf der Bühne steht ein Richtertisch, dahinter sitzt – wie sollte es anders sein – ein Richter. Vor ihm – auf der einen Seite – sitzen ein gestrenger Staatsanwalt und – auf der anderen Seite – ein Angeklagter mit seinem Verteidiger. Was soll daran außergewöhnlich sein, werden Sie fragen. Nun, der Richter hat keine Ahnung! Auch nicht außergewöhnlich, denken Sie vielleicht. Ja, aaaaber: Die anderen wissen auch nicht, was genau verhandelt wird, nur dass es um Mord und Totschlag geht. Denn hier kommen Sie, verehrtes Publikum, ins Spiel:

Sie nennen uns eine Todesart.
Sie nennen uns den (mutmaßlichen) Tatort, wo die Leiche gefunden wurde.
Sie nennen uns ein Hobby des Opfers, das eine Rolle spielen kann, aber nicht muss.
Sie bringen Gegenstände mit, die als Beweismittel verwendet werden, wie auch immer. Je abstruser die Gegenstände sind, desto mehr fordern Sie unsere Spieler! Es kann ein abgebrochener Absatz sein, ein geknicktes Streichholz, ein Golfball, eine Gabel, oder, oder, oder. Sie kriegen Ihre Sachen auch zurück, wir verhandeln ja schließlich nicht über Diebstahl!

Und dann geht’s los. Der Staatsanwalt „verliest“ die Anklage, der Angeklagte äußert sich (oder auch nicht). Die jeweiligen Aussagen des Angeklagten und aller Zeugen werden teils „in Echtzeit“ – also im Gerichtssaal – getätigt und teils als Szenen gespielt. Ob die Aussage gelogen ist oder wahr, wissen die Mitspieler des gerade Aussagenden nicht!

Ob der Angeklagte schuldig ist oder nicht, weiß er selbst erst am Ende der Show, denn:

Alles ist improvisiert – wie man es von einem Improvisationstheater erwarten kann – und die Geschichte entwickelt sich erst im Laufe des Abends. Vielleicht erfährt man auch am Rande des Geschehens, ob der Richter oder der Staatsanwalt ein Techtelmechtel mit einer Justizangestellten haben.

Der Richter wird jedenfalls am Ende der Verhandlung, nach Anhörung aller Zeugen und der seltsamsten Sachverständigen, ein sicherlich gerechtes Urteil fällen.