Häufige Fragen

Was ist Impro-Theater?

Die Idee des heutigen Improvisationstheaters ist, ohne vorgefertigten Text, ohne Absprache und ohne Regieanweisung auf die Bühne zu gehen, um Theater zu spielen. Im Grunde ähnelt das Improvisationstheater dem Fußball: Wohl niemand käme auf die Idee, den Weg des Balles im voraus festzulegen. Vielmehr nimmt das Spiel nach dem Anpfiff seinen unvorhersehbaren Lauf. Genauso ist es beim Impro-Theater: Keiner, weder die Zuschauer noch die Darsteller, wissen, wie die spontan begonnene Geschichte enden wird und wohin der erste Gedanke sie führt.

Was versteht man unter einem Impro-Format?

So spontan das Impro-Theater auch wirkt, es gibt trotzdem viele Prägungsarten (wenn auch nicht ganz so viele wie Biersorten in Franken). Am Anfang standen quasi nur Wasser, Hopfen und Malz. Daraus entwickelten sich dann verschiedene „Sorten“ der Improvisation, also stilistische Vorgaben, innerhalb derer die Schauspieler und Musiker sämtliche Freiheiten ausloten.

Welche Impro-Formate gibt es?

  • Kurzformen: Die Akteure stellen kurze Szenen dar, die jeweils nur wenige Minuten dauern und auf bestimmten Strukturen (man könnte sie auch als Techniken bezeichnen) basieren. Hier gibt es Hunderte von verschiedensten Kategorien, zum Beispiel Switch-, Synchro-, Genre-Formen und viele andere mehr. Alle einzeln aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Häufig werden kurze Szenen im Rahmen einer „Impro-Show“ zusammengefasst. Die Impro-Show kann ein Motto oder einen formalen Rahmen haben, muss es aber nicht.
    Man kann sagen, dass die Kurzform das Kleinod des Improvisationstheaters ist, da sie dem Schauspieler die größtmögliche Freiheit lässt.
    Die Kurzformen werden in der Regel auch beim sog. Theatersport benutzt.
  • Theatersport: Beim Theatersport treten zwei Theatergruppen („Mannschaften“) in verschiedenen Kurzformen gegeneinander an und versuchen, durch besonders gute Szenen die Gunst des Publikums zu erlangen. Der Begriff „Theatersport“ wurde von Keith Johnstone rechtlich geschützt und darf nur mit dessen Genehmigung für Auftritte verwendet werden. Deswegen sind auch Begriffe wie Impro-Match oder Wettkampf geläufig.
  • Langformen: Es gibt unterschiedliche Arten der Langform. Gemeinsam ist ihnen, dass die Szenen mindestens 15-20 Minuten dauern. Eine typische Langform ist der sog. „Harold“: Zu einem Thema werden Impressionen collagenartig gesammelt und miteinander zu einer Geschichte verwoben.
  • Impro-Krimi: Eine Langform-Improvisation, bei der meistens ein Mord geschieht. Die Zuschauer geben meist die Art des Mordes, den Tatort, Beweismittel und bestimmte Charaktereigenschaften der handelnden Personen vor, der Rest entwickelt sich.
  • Improvisation mit Regisseur: Ein längeres Theaterstück, bei dem ein Regisseur eingreifen kann.
  • Impro-Soap: Eine improvisierte, auf mehrere Folgen angelegte „Seifenoper“. Es gibt eine bestimmte Rahmenhandlung, welche grundsätzlich Möglichkeiten für Gefühls- und Beziehungsverwicklungen schafft, und Protagonisten, die durch eine Beziehungsebene (Beruf, Verwandtschaft, Freundschaft, Ehe) permanent miteinander zu tun haben. In den einzelnen Folgen müssen die Protagonisten sich mit immer wieder neuen „Problemen“ auseinandersetzen, die Handlungsstränge auf der Beziehungsebene aber ziehen sich in den einzelnen Folgen durch und entwickeln sich weiter.

Welche Rolle „spielt“ das Publikum?

Anders als bei gewöhnlichen Theaterabenden darf und soll das Publikum mitbestimmen, wie der Impro-Theaterabend gestaltet werden soll. Zum Beispiel können der Ort einer Szene, Figuren, Geschehnisse und andere Kuriositäten wie z. B. verrückte Erfindungen (Laufschuhe für Goldhamster oder ähnliches) vom Publikum vorgegeben werden. In der Regel führt deshalb auch ein Moderator durch eine Impro-Show. Der Moderator übernimmt die Schnittstelle zwischen Akteuren und Publikum, er fordert die Vorgaben ein.

Wirken beim Improvisationstheater auch die Zuschauer mit?

Es gibt durchaus Kurzformen (siehe oben), in denen Besucher aus dem Publikum mit involviert werden können. Natürlich geschieht das freiwillig – niemand wird von uns auf die Bühne gezwungen, großes Ehrenwort!

Ist das, was auf der Bühne passiert, wirklich nicht einstudiert?

Definitiv. Die Inhalte von Szenen und die Charaktere der dargestellten Figuren entstehen im gleichen Moment, in dem die Schauspieler diese auf die Bühne bringen. Es gibt keinen auswendig gelernten Text. Der Reiz des Impro-Theaters besteht gerade auch in der dadurch erzeugten Situationskomik. Probiert es aus und fordert uns durch Eure Vorgaben so richtig, gerne auch bis an den Rand des Wahnsinns.

Ist es nicht einfach für Euch, da man beim Impro-Theater ja keinen Text auswendig lernen muss? 

Letzteres stimmt zwar, dennoch verlangt das Impro-Theater absolute Konzentration und schauspielerische Höchstleistungen vom Darsteller ab. Dieser muss schließlich in ein und demselben Moment nicht nur eine Szene darstellen, sondern sie auch noch gleichzeitig schreiben und einen Charakter erfinden! Dabei muss er ständig auf die weiteren Akteure achten, die sich mit ihm auf der Bühne befinden und ebenfalls an der Szene mitschreiben, und darf den roten Faden nicht verlieren.

Für welche Zielgruppe ist Impro-Theater geeignet?

Für alle. Ob jung oder alt, ob abgebrochene Grundschule oder Hochschulstudium, für jeden ist was dabei. Nur wer völlig humorlos ist oder sich ausschließlich von schwerster Theaterkost ernähren will, wird vielleicht enttäuscht sein. Wir können und wollen nicht mit einer Wagner-Oper konkurrieren, obwohl…, mit der richtigen Vorgabe durch das Publikum?

Weitere Fragen? Mailt uns einfach unter info@impro-bayreuth.de – Wir beantworten Eure Fragen gerne!